04.10.2018
Wahlversammlung in Sankt Englmar

Der Wald als unersetzliches Gemeingut

Hubert Aiwanger informiert sich über Borkenkäfer

Der Bundes- und Landesvorsitzende der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, hat einen Besuch in Sankt Englmar zum Anlass genommen, sich ein Bild über das Ausmaß des Befalls durch den Borkenkäfer im Bayerischem Vorwald zu machen.

Der örtliche Sprecher der Freien Wähler Sankt Englmar, Alfons Venus, schilderte im Beisein der Direktkandidaten für den Landtag, Tobias Beck, und den Bezirkstag, Ludwig Waas, eindringlich die Not der Waldbesitzer. Obwohl Waldbesitzer und Forstämter bereits seit 2015 sensibilisiert sind und in Gemeinschaftsaktionen versuchen, die Gefahrensituation einzudämmen, hat sich der Käferbefall von 2017 auf 2018 in der Region verdoppelt. Besonders betroffen hiervon ist insbesondere der Vorwald. Der finanzielle Schaden geht bei Privatwaldbesitzern an die Existenzgrundlage. Der Wald fällt damit für Jahrzehnte als Stammkapital aus. Besonders zu denken gibt aber auch die Situation auf dem Holzmarkt, da der Schadensbefall in Tschechien bereits außer Kontrolle geraten ist. Die Kapazitätsgrenzen der Sägewerke sind derzeit mehr als ausgereizt. Hubert Aiwanger, selbst Land- und Forstwirt, betonte in seinen Aussagen, dass der Wald nicht nur Existenzgrundlage für die Forstwirtschaft ist, sondern auch wertvolles Natur- und Kulturgut. Er ist auch zusätzlich unersetzlicher Wasserspeicher für die Trinkwasserentnahme ganzer Landstriche.

Der derzeitige Borkenkäferbefall führe deutlich vor Augen, wie kurzsichtig der Abbau von Personal in den Forstämtern war und wie mühevoll es jetzt ist, diese Stellen punktuell wieder aufzubauen. Die aktuelle Situation auf dem Holzmarkt erfordert nach seiner Ansicht sofortige „Stabilisierungsmaßnahmen“. Hier sind Hilfen unabdingbar notwendig.

Dabei dürfe es keine Tabus geben. Direkthilfen für Lager, Transport und Abnahme müssen sofort eingeleitet werden. Auch der Staat steht hier in der Pflicht zur Unterstützung. Der Wald ist unersetzliches Gemeingut.


Bogener Zeitung | Landkreis Straubing-Bogen | 03.10.2018